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Potentiale durch erhöhte Energieeffizienz

Die Einsparung schädlicher Treibhausgasemissionen ist neben der Umstellung auf klimaneutrale Energieträger auch durch eine erhöhte Effizienz im Umgang mit Energie möglich. Verschiedenste Programme der Bundesregierung fördern Maßnahmen in die Verbesserung der Energieeffizienz, insbesondere bei Gebäuden. Das Interesse an einer energieeffizienteren Gesellschaft ist nicht zuletzt deshalb so groß, weil die Potentiale zur Einsparung von Energie sehr hoch sind. Verschiedene Studien haben sich schon mit der Thematik befasst, dabei verkünden die Ergebnisse eine eindeutige Botschaft: Energieeffizienz ist wichtig und notwendig!

© jonasginter - Fotolia.com
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Energieeinsparung von zehn Kernkraftwerken jährlich

Grundsätzlich ist die Energieeffizienz eine gängige Form der Energieeinsparung. Neben der effizienteren Nutzung von Energie kann diese allerdings auch durch diverse Verhaltensänderungen gespart werden, triviale Beispiele sind die Reduktion der Benutzung elektrischer Geräte oder sparsameres Heizverhalten, insbesondere in wärmeren Jahreszeiten. Laut  einer Studie der Internationalen Energieagentur (IEA) ist es möglich, durch eine Steigerung der Energieeffizienz in den Sektoren Gebäude, Transport und Industrie etwa 17 bis 33 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs bis 2050 einzusparen. In Deutschland, so eine Studie der Deutschen Unternehmensinitiative für Energieeffizienz (DENEFF), können bis 2020 jährlich 68,3 Milliarden Kilowattstunden Strom durch Energieeffizienz eingespart werden, dies ist das Äquivalent der Jahresproduktion von etwa zehn Kernkraftwerken.

Energieeffizienz als zentraler Baustein der Energiewende

Schon seit geraumer Zeit fordern Energieexperten die Verbesserung der Energieeffizienz und damit die Energieeinsparung als zentralen Baustein in die Energiewende zu integrieren. Von der Politik werden daher entsprechende Anreizmechanismen gefordert, um den deutschen Energieverbrauch zu reduzieren. Positiver Nebeneffekt wäre, dass bei einem geringeren Energieverbrauch auch die Notwendigkeit an neuen Erzeugungs- Speicher- und Netzkapazitäten sinken würde, was zu einer erheblichen Kostenersparnis führt. Erste Energieeinsparinitiativen existieren schon seit einiger Zeit. Allen voran, die Energieeinsparverordnung, welche die gesetzlichen Grundlagen schafft. Bekannte Maßnahmen, die sich bereits in der Umsetzung befinden, sind beispielsweise der Energieausweis für Gebäude oder das EU-Energielabel, welches über die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten informiert. Für Aufregung sorgte zuletzt die Umstellung von Glühbirnen auf Energiesparlampen, die im Zuge einer Verbesserung der Energieeffizienz beim Endverbraucher vor einigen Jahren umgesetzt wurde.

Auch künftige Programme widmen sich der Energieeffizienz

Zum 1. Januar 2015 starten nun zwei neue Programme, welche das große Potential im Bereich Energieeffizienz weiter erschließen sollen. Dabei handelt es sich um Programme zur Förderung von kommunalen Energieeffizienz-Netzwerken und zur Beratung von kleinen und mittleren Unternehmen, sogenannter KMU. „Wir halten Wort. Wie im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz angekündigt, haben wir nun die ersten Sofortmaßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz pünktlich auf den Weg gebracht. Durch die neuen Programme setzen wir wirksame Impulse für das Energiesparen bei KMU und Kommunen. Nach dem erfolgreichen Vorbild von Effizienz-Netzwerken bei Unternehmen soll unter anderem auch die Bildung von kommunalen Energieeffizienznetzwerken angeregt und verbessert werden.”, kommentierte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) die neuen Programme. Kommunen und KMU kommen im Rahmen der Energiewende besonders wichtige Rollen zu. So ergeben sich für beide Akteursgruppen neue Chancen und Herausforderungen, welche auch die Energieeffizienz betreffen. Für Unternehmen sind beispielsweise Netzwerke von Interesse, da durch eine intelligente Vernetzung verschiedener Wertschöpfungsketten Kaskadennutzungen möglich werden. Hier lassen sich, neben Energie, auch andere Ressourcen einsparen. Für Kommunen ergeben sich ähnliche Möglichkeiten durch die Netzwerkbildung.

Effizienzprogramme und Vorgaben wirken

Dass die Programme und Initiativen wirken, zeigen schon heute einige Beispiele. Einer Umfrage der Deutschen Energie-Agentur (dena) zufolge, verbrauchen aktuelle Staubsaugermodelle weitaus weniger als die EU-Ökodesign-Richtlinie vorgibt. Dazu befragte die dena fünf große Staubsaugerhersteller. Es ergab sich, dass ein großer Teil der Modelle im Sortiment der Hersteller weniger als 1.000 Watt verbrauchen. Vor wenigen Jahren waren vor allem Staubsauger noch wahre Energieschlucker. So zeigt sich bereits jetzt, dass die Vorgaben der EU und der Bundesregierung zwar als Initialzündung notwendig sind, die Hersteller im Nachhinein allerdings erkannt haben, das effizientere Designs auch ohne gesetzliche Reglementierung sinnvoll sind, was sich in den guten Verbrauchswerten der Modelle zeigt. Die Europäische Kommission hofft, dass bis 2020 rund 19 Terrawattstunden Strom durch effizientere Staubsauger eingespart werden können. Der Innovationsschub, den man beispielhaft an der Staubsaugerbranche sieht, ist für den Verbraucher durchaus profitabel. So erhält der Verbraucher das gewünschte Produkt in gewünschter Qualität und kann zudem von einem geringeren Stromverbrauch im Zuge der erhöhten Effizienz profitieren. Die Energiewende ist auch verbrauchsseitig in vollem Gange, was sich an den Bestrebungen zur Energieeffizienz zeigt. Trotzdem besteht auch in diesem Bereich noch erhebliches Potential, sodass Deutschlands Energieverbrauch auch künftig noch weiter sinken wird.

IEA: Erneuerbare Energien überholen Erdgas und Atomenergie 2016

Einem Bericht der IEA zufolge wird der Anteil der regenerativen Energien am globalen Strommix schon 2016 größer sein als der von Erdgas und Atomenergie. Die Erneuerbaren haben eine Wachstumsrate, die alle konventionellen Energieträger in den Schatten stellt.

In den nächsten 5 Jahren sollen die erneuerbaren Energien einen weltweiten Zuwachs von rund 40 Prozent erfahren. Das geht aus einem Bericht der Internationalen Energie-Agentur (IEA) hervor. Schon 2016 dürfte der Anteil der Erneuerbaren am weltweiten Strommix den von Atomenergie und Erdgas übertreffen. Die Bedeutung der regenerativen Energien nimmt damit weltweit enorm zu – trotz der zahlreichen Hindernisse, die diese zum Teil überwinden müssen.

So werden herkömmliche Energieträger wie Gas, Kohle und Atomenergie in vielen Staaten traditionell wesentlich stärker gefördert als die Erneuerbaren. Im Schnitt sind die Subventionen für konventionelle Energieträger sechsmal höher als für regenerative Energien. Dass sich die grüne Energie vielerorts dennoch durchsetzen kann, liegt nicht zuletzt an den stark gesunkenen Preisen für Solarmodule und Windräder, die eine wirtschaftliche Stromgewinnung ermöglichen. In immer mehr Märkten konkurrieren die Erneuerbaren sogar bereits auf Augenhöhe mit herkömmlichen Energien. Die jährliche globale Wachstumsrate der Regenerativen beträgt laut IEA stolze 8 Prozent. Vor allem in Schwellenländern haben die Investitionen in Erneuerbare stark zugenommen.

Internationale Energie-Agentur kritisiert die hohen Strompreise in Deutschland

Seit dem massiven Anstieg der Strompreise in den letzten Monaten steht die deutsche Energiewende zunehmend unter Beschuss. Nun formulierte auch die Internationale Energiebehörde (IEA) in ihrem Länderbericht zu Deutschland ihre Kritik an der bisherigen Handhabung der Energiewende. Vor allem die hohen Strompreise in Deutschland sind der IEA dabei ein Dorn im Auge.

So zahlen die deutschen Verbraucher die Energiewende vorwiegend aus eigener Tasche. Die Umlage werde aber keineswegs gleich verteilt, sondern treffe vor allem Haushalte mit geringem Einkommen sehr hart, während Großverbraucher die EEG Umlage wesentlich weniger zu spüren bekommen. In dieser Ungleichverteilung sieht die IEA einen wichtigen Punkt warum die Energiewende auch in der deutschen Bevölkerung auf immer mehr Widerstände stößt. Hinzu kommt, dass keineswegs klar ist welche Rollen fossile Energieträger wie etwa Erdgas bei der weiteren Energiewende spielen sollen. Der ungleichen Kostenverteilung in der Bevölkerung stehen nach Ansicht der IEA darüber hinaus zu geringe Investitionen in den Netzausbau gegenüber, welcher für eine langfristige Energiewende unabdingbar ist.

Die Internationale Energiebehörde appelliert an die Bundesregierung klare Maßnahmen zu ergreifen, „um sicherzustellen, dass die Kosten der Energiewende so niedrig wie möglich gehalten sowie fair und gerecht auf alle Verbraucherkategorien verteilt werden, und den durch die Schaffung neuer Kapazitäten der regenerativen Energieerzeugung bedingten Anstieg der EEG‐Umlage begrenzen und dabei zugleich vollen Nutzen aus dem raschen Rückgang der Technologiekosten ziehen, zu dem es gekommen ist.“

Bis 2035 steigt weltweiter Energiebedarf um ein Drittel

Nach Einschätzungen der Internationalen Energieagentur (IEA) wird der weltweite Energiebedarf bis 2035 um ein Drittel zunehmen. Den Großteil des Wachstums tragen hierbei die Länder China und Indien. Die boomende Wirtschaft in den asiatischen Wirtschaftsländern benötigt immer mehr Energie. Zwei Drittel des steigenden Energiebedarfs sollen durch erneuerbare Energien und Erdgas gedeckt werden. Voraussichtlich  im Zeitraum 2020 bis 2025 wird der Ausbau erneuerbare Energien in Europa seinen Höchststand erreichen und daraufhin sich wieder rückläufig entwickeln. Steigende Energiepreise, erhöhte Kosten für CO2-Zertifikate, aber auch die verstärkte Wettbewerbsfähigkeit von Windkraft und zu erwartende fallende Preise im Solarbereich, sind der Grund hierfür.
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