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Die Heizkostenabrechnung und was es zu beachten gibt

Einmal im Jahr bekommt jeder Haushalt eine – Die Heizkostenabrechnung. Einige freuen sich dann über eine Rückzahlung, für viele bedeutet das aber auch eine Nachzahlung und die kann ganz schön hoch ausfallen. Vor allem wenn eine Nachzahlung gefordert wird, fragen sich viele Mieter, ob diese rechtmäßig ist. Tatsächlich weisen zwei Drittel der Abrechnungen des vergangenen Jahres Fehler auf, die eine Nachzahlung verringern können.

Wer sein persönliches Heizverhalten kennt, der kann Anbieter sowie Tarif auf dieses anpassen und seine Heizkosten verringern. Bildquelle: ri / pixabay.com

Viele wissen nur, dass eine Heizkostenabrechnung einmal im Jahr kommt. Was die meisten nicht wissen: nur ein Drittel der Heizkostenabrechnungen des vergangenen Jahres war korrekt. Bei zwei Drittel der Abrechnungen traten formelle oder inhaltliche Fehler auf. Ist die Abrechnung inkorrekt, kann sich die auf die Nachzahlung auswirken. In manchen Fällen, vor allem, wenn falsch abgerechnet wurde, kann eine bevorstehende Nachzahlung sich verringern.

Welche Fehler können bei der Heizkostenabrechnung auftreten?

Die Liste der Fehler, die in einer Heizkostenabrechnung auftreten können, ist durchaus lang. Grundsätzlich wird zwischen formellen und inhaltlichen Fehlern unterschieden. Zu formellen Fehlern gehören zum Beispiel fehlende Angaben zum Ersteller der Abrechnung, ein falscher Abrechnungszeitraum oder eine verspätete Heizkostenabrechnung. Zudem können folgende inhaltliche und formelle Fehler auftreten:

  • Der Brennstoffverbrauch wurde falsch abgerechnet
  • Unzulässige Heizungsbetriebskosten wurden berechnet
  • Der Verteilerschlüssel ist falsch oder wurde nicht angegeben
  • Der Anteil des Warmwasseranteils wurde falsch berechnet
  • Bei einem Mieterwechsel kommt es häufig vor, dass die Kosten zwischen dem einziehenden und dem ausziehenden Mieter falsch verteilt werden
  • Für die tatsächliche Wohnfläche werden zu viele Quadratmeter angesetzt
  • Steht eine Wohnung in einem Gebäude leer, werden manchmal die Heizkosten für diese Wohnung auf alle anderen Mieter umgelegt
  • Einzelne Nebenkosten werden in der Abrechnung zusammengefasst unter einem Punkt aufgeführt

All diese Fehler kommen häufiger vor, als man denkt. Als Mieter muss man dies aber nicht wortlos hinnehmen, jeder Mieter hat das Recht, innerhalb eines Jahres Widerspruch einzulegen. Zunächst gilt es aber, die Heizkostenabrechnung auf Fehler zu prüfen. Sollte die Abrechnung nicht vorliegen, kann diese beim Vermieter angefordert werden. Wer dies tun möchte, muss sich innerhalb einer Frist von vier Wochen beim Vermieter melden und die Einsicht beantragen.

Um Fehler in der Abrechnung zu erkennen, ist es wichtig zu wissen, was überhaupt in der Abrechnung aufgeführt werden muss. Zwingende Angaben der Heizkostenabrechnung sind:

  • Die genaue Angabe des Abrechnungszeitraums
  • Die Aufstellung aller Heizkosten
  • Die Aufschlüsselung der Heiznebenkosten sowie die Kosten für Wartung, Betriebsstrom der Heizungsanlage, die Verbrauchsmessung oder die Gebühren der Heizkostenverteilung
  • Abschließend muss in der Abrechnung der tatsächliche Verbrauch aufgeführt werden, ebenso wie die Gesamtkosten

Der tatsächliche Verbrauch wird schließlich mit den bereits geleisteten Abschlagszahlungen verrechnet und das Ergebnis zeigt die entsprechende Rückzahlung oder Nachzahlung. Kosten für Reparaturen, Versicherungen oder die Finanzierung von Heizanlagen dürfen nicht abgerechnet werden und somit auch nicht in der Heizkostenabrechnung aufgeführt werden.

Gründe für eine hohe Heizkostenabrechnung

Erhält man dank der Heizkostenabrechnung eine Rückzahlung, interessieren sich die meisten nicht weiter dafür. Wer nachzahlen muss, möchte der Höhe der Abrechnung gerne auf den Grund gehen. Generell gilt: Abschlagszahlungen sind ein Schätzwert und lassen sich nur schwer abschätzen, da sie im Grunde auf dem Wetter, den Energiepreisen und dem persönlichen Heizverhalten basieren. Durch keiner dieser Faktoren lassen sich die Kosten endgültig bestimmen, weswegen das Abschätzen der Abschlagszahlung so schwierig ist.

Neben diesen grundlegenden Faktoren gibt es einige Einflüsse auf die Höhe der Heizkostenabrechnung, die sich aber durchaus beeinflussen lassen. Darunter fallen zum Beispiel veraltete oder unwirtschaftliche arbeitende Heizungsanlagen. Häufig sind die Heiznebenkosten überhöht zu denen der Betriebsstrom, die Gebühren für Messdienstleister und die regelmäßige Wartung der Heizungsanlage gehören. Weiterhin kann ein Grund für hohe Heizkosten eine schlechte Wärmedämmung sein. Zu guter Letzt ist außerdem die Lage der Wohnung innerhalb des Gebäudes entscheidend. Wer im Dachgeschoss oder einer Wohnung im Erdgeschoss lebt, der muss zwangsläufig mehr heizen, als Bewohner der Zwischengeschosse.

Wer keinen dieser Gründe für seine überhöhte Heizkostenabrechnung erkennt, dem kann letztlich auch ein Anbieterwechsel helfen. Es ist durchaus empfehlenswert, zum Beispiel jedes Jahr, den Anbieter zu wechseln. Pünktlich zur Wechselzeit wird mit zahlreichen Neukundenangeboten gelockt, die besonders günstig sind oder Prämien enthalten. Die meisten dieser Angebote wirken sehr verlockend, allerdings gibt es ein paar Faktoren zu bedenken, zum Beispiel die Vertragslaufzeit. Wer sicher sein will, zum idealen Anbieter zu wechseln, der sollte sich am besten beraten lassen. Während einer persönlichen Beratung kann das individuelle Heizverhalten besprochen werden, zudem lassen sich Rückfragen schnell und kompetent beantworten.

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Modernisierungsdarlehen gegen steigende Heizkosten

Quelle: M. Schuppich - Fotolia.com.jpg
Quelle: M. Schuppich – Fotolia.com.jpg

Egal, ob Mieter oder Eigentümer – praktisch jeder Bürger ist von steigenden Heizkosten betroffen. Allein aufgrund der Inflation, aber auch als Folge eines höheren Gesamtverbrauchs nehmen die durchschnittlichen Preise für Energie regelmäßig zu. Laut einem Artikel von Financescout.de  prognostizieren Experten allein für 2013 einen Kostenanstieg für Privatverbraucher von im Schnitt knapp 10 Prozent. Auch eine langfristige Betrachtung verdeutlicht das Ausmaß ständiger Preissteigerungen im Bereich der Heizkosten. So nahmen beispielsweise die Kosten für Heizöl auf 10-Jahres-Sicht von 2001 bis 2011 um ganze 126 % zu – Tendenz steigend. Eine durchaus enorme finanzielle Belastung für alle betroffenen Endverbraucher, der kaum etwas entgegenzusetzen ist.

Die Heizkostenentwicklung im 10-Jahres-Vergleich:

Heizkostenentwicklung
Heizkostenentwicklung

Was tun gegen steigende Heizkosten?

Viele Bürger ergreifen schon jetzt einfache Mittel, um ihre Heizkosten insgesamt möglichst gering zu halten. Dauerhaft durchgehalten können bereits folgende Maßnahmen helfen, die Energiekosten fürs Heizen etwas einzudämmen.

–          Wohnräume auf max. 20 Grad bis 22 Grad heizen (Schlafräume max. 18 Grad bis 20 Grad)

–          Fenster nicht dauerhaft auf „Kipp-Position“ belassen / alternativ kurz und stark lüften

–          Abdichtung auch kleinerer Luftdurchlässe an Fenstern und Türen

–          Nutzung programmierbarer Heizthermostate (automatisches Herunterregeln nachts)

–          Anbringen von Dämmmatten hinter Heizkörpern

So sinnvoll und einfach solche Maßnahmen sind, so begrenzt ist der damit dauerhaft zu erzielende Erfolg. Denn die eigentliche Steigerung der Kosten für Energie lässt sich damit meist nicht entscheidend beeinflussen. Verschiedene Modernisierungsmaßnahmen hingegen können eine nachhaltige Verbesserung der Kostensituation bringen. Diese Maßnahmen sind mittlerweile oftmals so effektiv, dass sie sich selbst dann lohnen, wenn dafür eine Finanzierung nötig sein sollte – sofern bestimmte Punkte beachtet werden. Der genaue Umfang an Einsparungsmöglichkeiten hängt letztlich jedoch auch von der betreffenden Immobilie und der genutzten Heizmethode ab.

Sowohl Eigentümer als auch Mieter sollten die Effektivität möglicher Modernisierungsmaßnahmen prüfen. Selbst bei gemietetem Wohnraum sind Modernisierungen oftmals möglich, da auch Vermieter im Regelfall Interesse daran haben – beispielsweise aus Gründen des Werterhalts der Immobilie. 

Einfach und günstig – klassische Modernisierungsdarlehen

Wer Wohneigentum erschafft oder kauft, greift auf eine Baufinanzierung zurück, falls das vorhandene Eigenkapital nicht ausreichen sollte. Solche Finanzierungen unterliegen allerdings bestimmten Besonderheiten wie zum Beispiel Zinsbindungsfristen, die bei Vertragsabschluss zwingend beachtet werden sollten. Modernisierungsdarlehen hingegen sind relativ einfach strukturiert und ähneln klassischen Konsum- bzw. Ratenkrediten. Im Gegensatz zur Baufinanzierung ist deren Zinssatz über die gesamte Darlehenslaufzeit konstant, was eine gleichbleibende Kreditrate ermöglicht. Die aus einem Modernisierungsdarlehen resultierende finanzielle Belastung für Kreditnehmer ist deshalb absolut kalkulierbar.

Der größte Vorteil eines Darlehens zur Modernisierung liegt jedoch in dessen Konditionen, wie man bei den Darlehen der KFW-Bank sehen kann. Da das statistische Ausfallrisiko solcher Darlehen aus Sicht der Kreditinstitute relativ gering ist, sind die dafür entstehenden Zinskosten entsprechend überschaubar – vor allem im Vergleich zu Konsumkrediten. Denn die geforderten Zinssätze liegen im Regelfall nur leicht über denen klassischer Baufinanzierungen, die als zinsgünstigste Kreditart überhaupt gelten.

Die Eintragung von Grundpfandrechten im Grundbuch ist im Rahmen der Vergabe eines Modernisierungsdarlehens nicht erforderlich, was aus Sicht des Kreditnehmers ebenfalls ein großer Vorteil ist. Denn die bei Baufinanzierungen üblichen Kosten für Eintragung bzw. spätere Löschung von Grundschuld bzw. Hypothek entfallen, was Einsparungen bedeutet. Lediglich ein Eigentumsnachweis in Form eines Grundbuchauszuges ist erforderlich. Der einzige Punkt, der bei Modernisierungskrediten beachtet werden sollte, liegt in den üblicherweise begrenzten Kreditsummen. Häufig werden Kreditnehmern maximal 30.000 Euro zur Verfügung gestellt – je nach Kreditinstitut. Sehr umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen erfordern also wiederum gegebenenfalls den Abschluss einer Baufinanzierung.

Im Rahmen der Finanzierung einer Modernisierung sollte grundsätzlich auf ein Modernisierungsdarlehen zurückgegriffen werden. Diese sind deutlich kostengünstiger und dennoch so einfach zu handhaben wie klassische Verbraucherkredite. Neben den für Darlehen üblichen Zinsaufwendungen entstehen dem Kreditnehmer in aller Regel keine zusätzlichen Kosten. Allenfalls der für die Finanzierung nötige Grundbuchauszug ist gebührenpflichtig. Bei unkomplizierter elektronischer Übermittlung ans betreffende Kreditinstitut schlagen diese meist mit lediglich pauschal erhobenen 10 Euro zu Buche.

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