Mehr als 300 Grundversorger erhöhen die Gaspreise – Das neue Jahr bringt hohe Gaskosten

Das neue Jahr ist erst knapp zwei Monate alt, doch schon ist klar: Die Gaskosten und die Verbraucher werden in diesem Jahr definitiv keine Freunde mehr. Bereits Ende des letzten Jahres hatten knapp 300 Grundversorger in ganz Deutschland angekündigt, 2019 kräftig an der Preisschraube drehen zu wollen. Besonders ärgerlich ist dies, weil die Gaskosten während der Heizperiode 2018/2019 im Gegensatz zu den Heizölpreisen relativ konstant geblieben waren. 

Mehr als 300 Grundversorger erhöhen die Gaspreise

Die Erhöhungen beim Gaspreis kommen im Jahr 2019 direkt beim Verbraucher an und verursachen erhebliche Mehrkosten. Bildquelle: avantrend / pixabay.com

Erhöhungen bei Heizölpreisen, Gaskosten oder auch dem Strompreis sind Verbrauchern ein Dorn im Auge. Doch klagen wird 2019 nicht helfen, denn bereits Ende 2018 war klar: 2019 wird teuer, sehr teuer. Mehrere hundert Euro müssen Verbraucher je nach Vertrag und Versorger im neuen Jahr bei den Gaskosten draufzahlen. Von den etwa 700 Grundversorgern, die es in ganz Deutschland gibt, hat knapp die Hälfte Erhöhungen bei den Gaskosten angesetzt. Besonders hart trifft es dabei Gaskunden, die beispielsweise bei der Stadtwerke Vlotho GmbH ihr Gas beziehen. Der alte Preis betrug hier 1095 Euro, der neue hingegen 1327 Euro. Das ergibt eine Preissteigerung von 232 Euro bzw. 21,2 Prozent in der Spitze. Doch auch weitere Versorger erhöhen die Gaskosten um knapp ein Fünftel, wie die nachstehende Tabelle veranschaulicht:

 

Versorger Alter Preis Neuer Preis Steigerung
Gemeindewerke Baiersbronn 1410 Euro 1708 Euro 298 Euro bzw. 21,1%
swb Vertrieb Bremen GmbH 1202 Euro 1444 Euro 242 Euro bzw. 20,2%
Stadtwerke Emsdetten GmbH 1097 Euro 1311 Euro 214 Euro bzw. 19,5%

Zugrunde liegt den Daten ein realistischer Jahresverbrauch von etwa 20.000 kWh. Begründet werden die starken Preissteigerungen in erster Linie mit den gestiegenen Beschaffungskosten. So sind die Börsenpreise vom ersten bis zum dritten Quartal des vergangenen Jahres um etwa 50 Prozent angestiegen.

Wechsel des Gasanbieters kann jede Menge Kosten sparen

Der Gaspreis setzt sich für deutsche Verbraucher insgesamt aus fünf unterschiedlichen Positionen zusammen. Statistikquelle: Bundesnetzagentur, Bundeskartellamt, Statista

Wenngleich sich viele Verbraucher ob der starken Preiserhöhungen machtlos fühlen, können sie indes auch selbst etwas dafür tun, dass am Ende des Jahres mehr Geld für andere Dinge übrig bleibt. An erster Stelle empfiehlt sich ein Vergleich unter den verschiedenen Gasanbietern durchzuführen. Wie groß die Unterschiede zwischen den Versorgern bei den neuen Preisen ausfallen können, wird mit Blick auf die beiden nachstehenden Anbieter deutlich:

  1. Die Stadtwerke Emsdetten GmbH führt einen neuen Preis von 1311 Euro aus
  2. Die Stadtwerke Treuchtlingen hingegen rufen einen Preis von 1920 Euro auf

In Anbetracht dessen, dass in ganz Deutschland ca. drei Millionen Haushalte von den Preiserhöhungen betroffen sind, lässt sich auch über die Geltendmachung des bestehenden Sonderkündigungsrechts nachdenken. Dies existiert für den Fall, dass der Verbraucher entweder umzieht oder sich die Gaspreise verteuern. Manche Gasanbieter halten zudem auch nicht die gesetzlich existierenden Fristen zur Ankündigung von geplanten Tariferhöhungen ein. Kunden wiederum müssen mindestens einen Monat vor dem Ende eines Kalendermonats kündigen. Empfehlenswert ist aus Beweisgründen die Zustellung einer solchen Kündigung als Einschreiben. Enthalten sein sollten die folgenden Angaben:

         Zählernummer

         Kundennummer

         Bitte um Kündigungsbestätigung

Heutzutage lassen sich auch problemlos auf diversen Internetportalen die Kündigung des alten Vertrages und der Abschluss des neuen Vertrages miteinander kombinieren.

Heizgewohnheiten sollten Verbraucher genauer überprüfen

Neben dem Wechsel auf einen neuen, günstigeren Gasanbieter können Verbraucher zusätzliche Maßnahmen ergreifen, um die Heizkosten niedrig zu halten. Da in einer Wohnung respektive einem Haus nicht alle Räume die gleiche Temperatur aufweisen sollten, sollten die Türen zu den geringer beheizten Räumen wie Schlafzimmer oder auch Küche geschlossen bleiben. Im Schlafzimmer können 16 bis 17 Grad bereits ausreichend sein. In der Küche sollte es etwas wärmer sein. Außerdem ist auch darauf zu achten, nicht zu viel zu heizen, denn mehr als 20 Grad müssen es in Wohnräumen gerade im Sommer nicht sein. Heizkosten lassen sich über das Jahr verteilt zudem auch dadurch sparen, dass die Heizung herunter geregelt wird, wenn ein Urlaub bevorsteht. Des Weiteren sind auch die zwei nachstehenden Tipps hilfreich:

         Heizkörper sollten nicht zugestellt werden, da diese ansonsten nicht richtig ihre Energie abgeben können

         Fenster sollten nachts geschlossen bleiben, genauso wie Rollläden

Viel Energie geht in den eigenen vier Wänden auch durch falsches Lüftungsverhalten verloren. Morgens und abends sollte einmal kurz durchgelüftet werden, dauergekippte Fenster sind zu vermeiden. Eine adäquate Dämmung an Türen, Fenstern und Wänden trägt ihr übriges zu niedrigeren Heizkosten bei. Wird dies mit einer voreingestellten, geringeren Heizleistung in der Nacht kombiniert, sind künftig steigende Gaspreise auch nicht mehr ganz so ärgerlich.